Die Version installierter Pakete im Terminal herausfinden

Kürzlich sollte ich einem Administrator die Version der VMware-Tools mitteilen, die auf meiner virtuellen Maschine installiert waren. Allerdings war (und ist) mir kein Befehl bekannt, mit dem ich diese Informationen direkt von Programmen des Paketes erhalten kann. Es ist aber möglich, die Version des installierten Paketes über den Debian Paketmanager (dpkg) zu ermitteln (UbuntuUsers-Forum).

Dazu lässt man sich zunächst (mit Hilfe von dpkg) eine Liste von Kurzbeschreibungen aller installierten Pakete ausgeben. Mit Hilfe von grep lässt man allerdings nur diejenigen Zeilen anzeigen, in denen der Namen des Paketes vorkommt (in meinem Falle open-vm-tools):

dpkg -l | grep open-vm-tools

In der Ausgabe kann man dann die Version ablesen:

ii  open-vm-tools  2012.05.21-724730-0ubuntu2  i386  tools and components for VMware guest systems (CLI tools)

In meinem Falle konnte der Administrator die virtuelle Maschine problemlos über den vSphere-client neu starten.

Ubuntu-Version im Terminal herausfinden

Wer ganz schnell die Version seiner Linux-Distrbution herausfinden möchte, kann dazu den Befehl lsb_release verwenden (siehe auch Ubuntu-Hilfe und UbuntuUsers-Forum). Durch diesen Befehl erhält man Informationen über allgemeine Linux Schnittstellen (Linux Standard Base; LSB), sowie Distributions-spezifische Informationen.

  • Nach der Eingabe von:
    lsb_release -a

    erhält man z.B.:

    No LSB modules are available.
    Distributor ID:	Ubuntu
    Description:	Ubuntu 12.10
    Release:	12.10
    Codename:	quantal
  • Weitere Informationen über mögliche Parameter erhält man in den Manpages (Online Manpage zu lsb_release):

    man lsb_release
  • Eine andere (weniger umfangreiche Methode) habe ich auf aphilia.info gefunden:
    cat /etc/issue

    Mit dem Resultat:

    Ubuntu 12.10 \n \l
    

Eine große Datei in viele kleine Dateien zerlegen

Ich hatte gerade eine sehr große Datei (3.3GB), die ich über eine langsame Internetverbindung auf einen Server verschieben wollte. Der Vorgang würde mehrere Stunden dauern. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Upload unterbrochen würde, wäre relativ groß. In dem Falle müßte ich nochmal von vorne beginnen. Daher habe ich die Dateien in einzelne Dateien zerlegt. In diesem Artikel erkläre ich, wie man eine große Datei aufteilt und im Anschluss wieder zusammenfügt.

Ich habe eine Datei ergebnisse.zip, die ich in 10 MB große Stücke zerteilen möchte.

  1. Um den Erfolg überprüfen zu können, ermittle ich zunächst eine Prüfsumme (Hier: MD5-String) der Ausgangsdatei:
    md5sum ergebnisse.zip > ergebnisse.zip.md5
  2. Mit Hilfe des Programms split teile ich die Datei in 10MB große Stücke:
    split -b 10M ergebnisse.zip ergebnisse_split.zip.

    Dadurch werden viele Dateien erzeugt, die folgenden Aufbau haben:

    ergebnisse_split.zip.aa
    ergebnisse_split.zip.ab
    ergebnisse_split.zip.ac
    ergebnisse_split.zip.ad
    ...
    ergebnisse_split.zip.zy
    ergebnisse_split.zip.zz
    
  3. Nun kann man diese Dateien z.B. per SSH auf einem Server laden:
    scp ergebnisse_split.zip.* user@server.domain:~/zielordner

    Sollte nun der Vorgang unterbrochen werden, kann man im Anschluss einfach bei der Datei beginnen, bei der der Upload unterbrochen wurde.

  4. Nach erfolgtem Upload fügt man die Dateien mit Hilfe von cat einfach wieder zusammen:
    cat ergebnisse_split.zip.* > ergebnisse_cat.zip
  5. Nun muss nur noch geprüft werden, ob die zusammengefügte Datei den gleichen Inhalt wie die Ausgangsdatei hat. Dazu berechnet man erstmal die MD5-Summe:
    md5sum ergebnisse_cat.zip > ergebnisse_cat.zip.md5

    Wenn alles geklappt hat, stehen in ergebnisse.zip.md5 und ergebnisse_cat.zip.md5 die gleichen MD5-Summen.

  6. Weitere Möglichkeiten findest Du im Wiki von UbuntuUsers.

Absturz von Ubuntu mit der Fehlermeldung „GPU lockup“

Kürzlich habe ich Ubuntu 13.10 auf meinem Rechner installiert. Beim Aufruf der Dash ist das Sysem allerdings das ein oder andere Mal komplett eingefroren oder abgestürzt. Nach einiger Zeit erschien folgende Fehlermeldung:

GPU lockup – switching to software fbcon

Der Begriff „GPU“ in der Fehlermeldung hat mir zu verstehen gegeben, dass es sich um ein Problem mit meiner Grafikkarte handelt. Da ich eine Nvidia Grafikkarte habe, habe ich über das Paket nvidia-current die proprietären Treiber installiert. Seither läuft das System ohne Absturz.

Dateien aus verschlüsseltem Home-Verzeichnis kopieren und löschen

Ich habe mir kürzlich eine neue Festplatte gekauft und darauf ein neues Ubuntu eingerichtet. Nun möchte ich die Daten von meiner alten Festplatte herunterladen und auf die neue Festplatte spielen. Das Problem ist allerdings, dass ich mein Home-Verzeichnis auf der alten Festplatte mit Hilfe von eCryptfs verschlüsselt hatte. In diesem Artikel erkläre ich schrittweise, wie man dennoch die Daten aus einem verschlüsselten Verzeichnis verschieben, kopieren und löschen kann.

  1. Zunächst ist es hilfreich, wenn man sein altes Login-Passwort griffbereit hat. Alternative kann man auch das eCryptfs Mount-Passwort verwenden. Das hat man sich im Optimalfall nach der Installation notiert, oder zu einem späteren Zeitpunkt mit Hilfe des folgenden Befehls angeschaut:

    ecryptfs-unwrap-passphrase
  2. Im Anschluss muss man das Laufwerk/Speichermedium mounten, auf dem sich das verschlüsselte Verzeichnis befindet. Tipp: interne Festplatten und deren Partitionen sind nicht automatisch gemountet – auch nicht, wenn das Symbol in der Seitenleiste von Ubuntu angezeigt wird. In dem Falle muss man einfach einmal auf das Symbol klicken.
  3. Daraufhin gibt man im Terminal einen der beiden folgenden Befehle ein (mit Root-Rechten!; siehe auch UbuntuUsers Forum):

    # Verzeichnis nur mit Leserechten einbinden
    sudo ecryptfs-recover-private
     
    # Verzeichnis mit Schreibrechten einbinden
    # in "man ecryptfs-recover-private" ist die Option --rw etwas versteckt genannt
    sudo ecryptfs-recover-private --rw

    eCryptfs durchsucht nun alle gemounteten Medien nach eCryptfs-verschlüsselten Verzeichnissen. Das kann eine Weile dauern.

    INFO: Searching for encrypted private directories (this might take a while)…

  4. Hat eCryptfs die Suche beendet, wird für jedes gefundene Verzeichnis gefragt, ob es eingebunden werden soll. Dabei sollte man beachten, dass auch das Verzeichnis des angemeldeten Nutzers gefunden wird (in meinem Falle also nicht nur das alte, sondern auch das neue Home-Verzeichnis).

    INFO: Found [/media/neuerusername/XXXXXXXX-XXXX-XXXX-XXXX-XXXXXXXXXXXX/.ecryptfs/alterusername/.Private].

    Nun wird man zunächst nach seinem Login-Passwort gefragt:

    INFO: Found your wrapped-passphrase
    Do you know your LOGIN passphrase? [Y/n]

    Falls man dieses nicht kennt, wird man nach dem (meist 32-stelligen) Mount-Passwort gefragt:

    INFO: To recover this directory, you MUST have your original MOUNT passphrase.
    INFO: When you first setup your encrypted private directory, you were told to record
    INFO: your MOUNT passphrase.
    INFO: It should be 32 characters long, consisting of [0-9] and [a-f].

    Enter your MOUNT passphrase:

  5. Hat man eines der beiden Passwörter korrekt eingegeben, so wird das Verzeichnis innerhalb des Ordners /tmp eingehängt:

    INFO: Success! Private data mounted at [/tmp/ecryptfs.PW48rluR].

  6. Nun kann man das Verzeichnis im Datei-Browser öffnen – entweder durch klicken, oder durch den Start von nautilus (mit dem Verzeichnis als Parameter) aus dem Terminal heraus:

    nautilus /tmp/ecryptfs.PW48rluR
  7. Hinweis: Sollten sich in dem Verzeichnis nur Dateien befinden, die z.B. mit ECRYPTFS_FNEK_ENCRYPTED. beginnen, hat man das Mount-Passwort sehr wahrscheinlich falsch eingegeben.

Werbung aus der Ubuntu-Dash entfernen

Wenn man in das Suchfeld der Dash einen Begriff eingibt, wird nicht nur auf der Festplatte gesucht, sondern auch im Internet. Das finde ich persönlich im Bezug auf der Datenschutz sehr fragwürdig. Im folgenden Artikel zeige ich, wie man diese Werbung ganz leicht deaktivieren kann.

Gibt man in die Dash einen Suchbegriff ein, wird standardmäßig Werbung für den Kauf von Musik angezeigt.
Gibt man in die Dash einen Suchbegriff ein, wird standardmäßig Werbung für den Kauf von Musik angezeigt.

In der aktuellen Version von Ubuntu (13.10: Saucy Salamander) wird zum Beispiel Werbung für Musik angezeigt. In früheren Versionen scheint es Werbung für Amazon gewesen zu sein (siehe UbuntuUsers Wiki). Diese Werbung wird durch Unity-Lenses in die Dash integriert. Es gibt nun zwei Möglichkeiten diese Werbung aus der Dash zu verbannen:

  1. Online-Suche in den Ubuntu-Einstellungen deaktivieren
  2. Verantwortliche Unity-Lenses deinstallieren

Online-Suche deaktivieren

Die Weitergabe des Suchbegriffes an Online-Services kann in den Ubuntu-Einstellungen deaktiviert werden. Dazu gehst du einfach auf „Systemeinstellungen -> Privatsphäre -> Suchergebnisse -> Online-Suchergebnisse“ und deaktivierst diese.

Deaktivierung der Online-Suchergebnisse in der englischsprachigen Version von Ubuntu.
Deaktivierung der Online-Suchergebnisse in der englischsprachigen Version von Ubuntu.

Das ist auch der Weg, der in der Legal Notice von Ubuntu vorgeschlagen wird:

Online Search
You may restrict your dash so that we don’t send searches to third parties and you don’t receive online search results. To do this go to the Privacy panel and toggle the ‘Include online search results’ option to off. The Privacy panel can be found in your System Settings or via a dash search. For a current list of our selected third parties, please see www.ubuntu.com/privacypolicy/thirdparties.

Unity Lenses deinstallieren

In der zweiten Variante deinstallierst Du einfach die verantwortlichen Unity Lenses.

  • unity-lens-shopping – war laut UbuntuUsers für die Amazon-Werbung verantwortlich
  • unity-scope-musicstores – Dieses Paket erweitert unity-lens-music um die Möglichkeit Musik online zu kaufen

Ubuntu ISO-Dateien nach dem Download überprüfen

Nach dem Download von Ubuntu (oder anderer Dateien aus dem Internet) überprüfe ich immer, ob die Datei(en) korrekt heruntergeladen wurde(n). Eine Möglichkeit ist, die MD5-Summe der ISO-Dateien zu berechnen.

Unter Linux steht dazu der Befehl md5sum zur Verfügung

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# MD5-Summen aller *.iso-Dateien berechnen und in md5sums.txt schreiben:
md5sum *.iso > md5sums.txt
# Inhalt der Datei anzeigen:
cat md5sums.txt

Als Ausgabe bekommt man z.B.:

8d72e2db7e72e13813731eab37a14d26  ubuntu-13.04-desktop-amd64.iso
5d5d1a7da2a0659b163d4f8bd70fbe6f  ubuntu-13.04-desktop-i386.iso
21ec41563ff34da27d4a0b56f2680c4f  ubuntu-13.10-desktop-amd64.iso
d0508f909c2c71d96aeac5efb0329b33  ubuntu-13.10-desktop-i386.iso

Unter MacOSX steht dazu der Befehl md5 zur Verfügung

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# MD5-Summen aller *.iso-Dateien berechnen und in md5sums.txt schreiben:
md5 *.iso > md5sums.txt
# Inhalt der Datei anzeigen:
cat md5sums.txt

Als Ausgabe bekommt man z.B.:

MD5 (ubuntu-13.04-desktop-amd64.iso) = 8d72e2db7e72e13813731eab37a14d26
MD5 (ubuntu-13.04-desktop-i386.iso) = 5d5d1a7da2a0659b163d4f8bd70fbe6f
MD5 (ubuntu-13.10-desktop-amd64.iso) = 21ec41563ff34da27d4a0b56f2680c4f
MD5 (ubuntu-13.10-desktop-i386.iso) = d0508f909c2c71d96aeac5efb0329b33

Nun muss man nur noch die ermittelten Summen mit den erwarteten Summen vergleichen. Leider werden auf der Downloadseite von Ubuntu nicht mehr standardmäßig die MD5-Testsummen bereitgestellt. Allerdings gibt es eine Seite mit allen bisherigen Testsummen für Ubuntu.

Datenträger unter Ubuntu bereinigen

Ich habe gerade eben folgende Fehlermeldung nach dem Start von Ubuntu bekommen:

Auf dem Datenträger „Wurzelordner des Dateisystems“ ist nur noch XXX kB Speicherplatz verfügbar.

In meinem Falle war XXX gleich 0. Es war also höchste Zeit, dass ich mal wieder unnötige Dateien von meiner System-Partition lösche. Ich hatte allerdings längst wieder vergessen, was man alles machen kann. Daher habe ich nun eine kleine Liste zusammengestellt:

  • Zunächst habe ich den Inhalt des temporären Verzeichnisses gelöscht.

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    # Temporäreres Verzeichnis leeren
    rm -r /tmp/*

    Darin hatten sich Fehlermeldungen von apport angesammelt, die bei Programmabstürzen erstellt worden waren. Teilweise konnten diese aber nicht abgesendet werden, weil keine Internetverbindung bestand. In meinem Falle hatten sich über die Jahre mehr als 1.5 GB angesammelt.

  • Im Anschluss habe ich heruntergeladene Paket-Dateien, sowie nicht mehr benötigte Pakete gelöscht:

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    # Paketdateien löschen
    sudo apt-get clean
    # Nicht mehr benötigte Pakete löschen
    sudo apt-get --purge autoremove

    Letzterer Befehl hat früher scheinbar auch nicht mehr benötigte Kernel-Versionen gelöscht (UbuntuUsers Forum). Das ist jetzt allerdings nicht mehr der Fall.

  • In regelmäßigen Abständen sollte man auch das Programm baobab („Festplattenbelegung analysieren“) aufrufen. Damit kann man herausfinden, welche Verzeichnisse besonders viele Daten enthalten. In meinem Falle habe ich gesehen, dass sich viele Kernel-Versionen angesammelt hatten (Ordner: /usr/src und /lib/modules):

    Das Programm "baobab" stellt die Größe von Ordnern grafisch dar. In diesem Fall kann man erkennen, dass ein großer Teil der Partition mit alten Kernel-Versionen belegt ist.
    Das Programm „baobab“ stellt die Größe von Ordnern grafisch dar. In diesem Fall kann man erkennen, dass ein großer Teil der Partition mit alten Kernel-Versionen belegt ist.

    Wie im UbuntuUsers-Forum beschrieben, kann man im Terminal ähnlich vorgehen:

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    # Platzbedarf der Ordner im Wurzelverzeichnis anzeigen
    sudo du -h / --max-depth=1

    Im Anschluss kann man sich weiter auf die Suche machen und z.B. eine Liste der installierten Kernel-Versionen ausgeben lassen:

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    # Installierte Kernel-Versionen anzeigen lassen
    dpkg -l linux-image-*

    Die Ausgabe könnte dann folgendermaßen aussehen:

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    Da bei mir vor allem die Zahl der alten Linux-Kernel ein Problem war, habe ich einige davon gelöscht. Wie im Wiki von UbuntuUsers beschrieben, habe ich dazu in der Paketverwaltung Synaptic nach

    1. linux-image-
    2. linux-headers-

    gesucht und entsprechende Pakete vollständig entfernt. Mindestens eine ältere Version sollte man allerdings behalten. Dadurch habe ich 3.5GB frei machen können.

    Wenn man die Kernel im Terminal entfernen möchte, sind diverse Lösungen im Netz zu finden: LinuxMintUsers.de, webupd8.org, linuxundich.de, UbuntuUsers Forum

  • Große Dateien können sich auch im Verzeichnis /var/log ansammeln. Das war bei mir allerdings nicht der Fall, was ich folgenden Befehlen überprüft habe:

    # Dateien sortiert nach Nutzungsdatum auflisten
    ls -aluh /var/log
    # Größe des gesamten Ordners ausgeben lassen
    sudo du -sh /var/log
  • Wenn man im eigenen Home-Verzeichnis Ordnung schaffen möchte, bietet sich das Programm FSlint an. Nach der Installation des Programmpaketes fslint, lässt sich das Programm über den Befehl fslint-gui starten. Im Anschluss kann man viele ungenutzte Dateien und Ordner suchen und ggf. direkt löschen:

    • Duplikate
    • Temporäre Dateien (außerhalb des Verzeichnisses /tmp)
    • Leere Verzeichnisse
    • Fehlerhafte Symlinks
    Das Programm FSlint kann unter anderem Dateien mit identischem Inhalt finden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Dateien unterschiedliche Namen oder Erstellungsdaten haben.
    Das Programm FSlint kann unter anderem Dateien mit identischem Inhalt finden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Dateien unterschiedliche Namen oder Erstellungsdaten haben.

Systemressourcen in der Symbolleiste von Ubuntu anzeigen

Ich sehe immer ganz gerne, was gerade auf meinem Rechner passiert. Wird gerade auf das Internet zugegriffen? Sind die Prozessoren ausgelastet?

Bildschirmfoto vom 2013-08-20 08:09:57
Die aktuelle Systemlast kann direkt in der Symbolleiste von Ubuntu dargestellt werden.

Dazu gibt es in den Quellen von Ubuntu den Systemmonitor „System Load Indicator„. Dieser zeigt Graphen für die Prozessor-, Arbeitsspeicher- und Auslagerungsspeicherlast sowie den Netzwerkverkehr direkt in der Symbolleiste an.

Dazu musst Du lediglich das Paket indicator-multiload installieren.

sudo apt-get install indicator-multiload

Um Informationen über die Hardware deines Computers zu bekommen, schaue dir den Artikel „Informationen über Prozessoren unter Linux herausfinden“ an.

Alternatives Programm: Conky

Nemo anstatt Nautilus als Dateimanager verwenden

Mit der Version 3.6 hat sich Nautilus (neuerdings „Files“), der Standard-Dateimanager von Gnome, drastisch geändert. Viele nützliche Funktionen sind ersatzlos gestrichen worden. Mir fehlen seither vor allem:

  • Die Baum-Ansicht. Dadurch konnte man durch „aufklappen“ den Inhalt eines Ordners betrachten, ohne diesen „betreten“ zu müssen.
  • Die Statusleiste. Darin wurde z.B. angezeigt, wieviel freier Speicherplatz noch im aktuellen Speichermedium vorhanden ist.
Bildschirmfoto vom 2013-08-16 18:52:59
Viele Funktionen wurden in Nautilus 3.6 ersatzlos entfernt.

In der Version 3.8 von Nautilus stehen scheinbar die oben genannten Funktionen wieder zur Verfügung (UbuntuUsers Forum). Bis diese Version für Ubuntu verwendet wird, habe ich mich entschieden „Nemo“ als Dateimanager zu verwenden. Nemo ist eine Weiterentwicklung von Nautilus 3.4. Alle in Nautilus 3.6 entfernten Funktionen sind In Nemo weiterhin vorhanden. Zudem wurden viele nützliche Funktionen hinzugefügt, wie z.B.:

  • Kontextmenü-Eintrag „Als Administrator öffnen“
  • Kontextmenü-Eintrag „Im Terminal öffnen“
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Der Dateimanager Nemo hat weiterhin eine Statusleiste, sowie die Möglichkeit Ordner aufzuklappen.

Installation und System-Integration

Die Installation von Nemo gestaltet sich allerdings etwas schwierig, da Nemo (noch) nicht in den offiziellen Quellen von Ubuntu zu finden ist. Im folgenden werde ich eine Möglichkeit zur Installation von Nemo vorstellen. Im Anschluss gebe ich noch einige Alternativen, die ich im Netz gefunden habe:

  1. Wie auf fandigital und webupd8 beschrieben wird, kann man das auf der Cinnamon/Nemo Download-Seite genannte Persönliche Paket Archiv (PPA) für die Installation verwenden:
    Im Terminal:

    # PPA hinzufügen
    sudo add-apt-repository ppa:gwendal-lebihan-dev/cinnamon-stable
    # Paketquellen neu laden
    sudo apt-get update
    # Nemo, sowie die Integration des file-rollers installieren
    sudo apt-get install nemo nemo-fileroller

    In Synaptic:

    1. Bei „Einstellungen/Paketquellen“ im Reiter „Andere Software“ auf „Hinzufügen“ klicken, und folgenden Befehl angeben: ppa:launchpad.net/~gwendal-lebihan-dev/+archive/cinnamon-stable.
    2. Fenster schließen und im Hauptfenster auf „Neu laden“ klicken.
    3. Im Anschluss das Paket „nemo“ suchen und installieren. Das Paket „nemo-fileroller“ sollte automatisch mit installiert werden.

    Durch die Installation werden in der Datei /usr/share/applications/bamf-2.index folgende Einträge gemacht:

    cinnamon.desktop	/usr/bin/cinnamon-launcher		GNOME;	true
    cinnamon-menu-editor.desktop	cinnamon-menu-editor			true
    nemo.desktop	nemo %U		GNOME;Unity;	false
    nemo-home.desktop	nemo %U		GNOME;Unity;	false
    cinnamon2d.desktop	/usr/bin/cinnamon2d		GNOME;	true
    cinnamon-settings.desktop	cinnamon-settings		GNOME;	false
    nemo-autorun-software.desktop	nemo-autorun-software %u			true
    cinnamon-add-panel-launcher.desktop	/usr/share/cinnamon/applets/panel-launchers@cinnamon.org/cinnamon-add-panel-launcher.py			true
    nemo-mount-archive.desktop	/usr/lib/gvfs/gvfsd-archive file=%u			true
    nemo-folder-handler.desktop	nemo %U		GNOME;Unity;	true
  2. Nach der Installation werden die Ordner auf dem Desktop bereits mit Nemo geöffnet (eventuell musst Du Dich dazu ab- und wieder anmelden). USB-Sticks die in der Schnellstart-Leiste angezeigt werden und Ordner im Dash, werden allerdings weiterhin mit Nautilus geöffnet. Das hängt scheinbar damit zusammen, dass Nautilus standardmäßig für die Verwaltung der Desktop-Icons verwendet wird. Laut fanDigital muss noch festgelegt werden, dass auch diese Dateien mit Nemo geöffnet werden.Für Dein Benutzerkonto machtst du das über folgenden Befehl:
    # Aktuelle Einstellung erfragen
    xdg-mime query default inode/directory
    # Resultat: nautilus-folder-handler.desktop
     
    # Neue Einstellung setzen + efragen:
    xdg-mime default nemo.desktop inode/directory application/x-gnome-saved-search
    xdg-mime query default inode/directory
    # Resultat: nemo.desktop

    Dadurch werden folgende Angaben zur Datei ~/.local/share/applications/mimeapps.list hinzugefügt:

    [Default Applications]
    inode/directory=nemo.desktop
    application/x-gnome-saved-search=nemo.desktop

    Du kannst diese Änderungen auch für die anderen Nutzer des Systems durchführen. Dazu musst du laut Ubuntu Hilfe-Seite und ASK Ubuntu-Forum die Behandlung der MIME-Types inode/directory und x-directory/normal in der Datei /usr/share/applications/defaults.list ändern (sofern vorhanden).
    Ich habe:

    inode/directory=nautilus-folder-handler.desktop

    geändert zu:

    inode/directory=nemo.desktop
    x-directory/normal=nemo.desktop

    ~/.local/share/applications/mimeapps.list

  3. Nun befindet sich (in der Regel) noch ein Verknüpfung zu Nautilus in der Starter-Leiste. Diese kannst Du entfernen und durch eine Verküpfung zu Nemo ersetzen (Nemo starten, mit der rechten Maustaste auf das Ordner-Sysmbol klicken und „Im Starter behalten“ auswählen).
    Bildschirmfoto vom 2013-08-18 15_44_09cut
    Die Verknüpfung zu Nautilus muss noch aus der Starter-Leiste entfernt und durch eine Verküpfung zu Nemo ersetzt werden.

    Analog zu der Anleitung für Nautilus im UbuntuUsers-Wiki, kannst du für Nemo ein erweitertes Kontextmenü im Starter erstellen. Dann werden die gespeicherten Nemo-Favoriten angezeigt, wenn Du in der Schnellstartleiste mit der rechten Maustaste auf das Symbol klickst.

Alternativen und Fehlersuche

  • Du kannst nemo (in einer etwas älteren Version) auch über die Ubuntu-backports installieren. Die backports müssen dazu zunächst in der Synaptic Paketverwaltung unter „Einstellungen“ / „Paketquellen“ im Reiter „Aktualisierungen“ aktiviert werden. Nach dem neu laden der Paketinformationen kannst Du dann das Paket nemo installieren.
  • In der oben stehenden Anleitung habe ich die MIME-Typen genauso aufgelistst, wie sie auf den verklinkten Quellen-Seiten genannt werden. Bei mir hat das auch funktioniert. Falls das bei Dir nicht klappen sollte, kannst Du versuchen die MIME-Typen wie sie z.B. für die Datei mimeapps.list verwendet werden, auch in die Datei defaults.list (und umgekehrt) zu schreiben.
  • Falls Du den Standard-Dateimanager durch Mausklicks ändern möchtest, kannst Du dies (wie auf der Ubuntu Hilfe-Seite vorgeschlagen) mit Hilfe des Paketes „exo-utils“ machen. Führe dazu nach der Installation von „exo-utils“ im Terminal folgenden Befehl aus:
    exo-preferred-applications

    Das Programm fügt zur Datei ~/.local/share/applications/mimeapps.list folgende Zeilen hinzu:

    [Added Associations]
    x-scheme-handler/file=exo-file-manager.desktop
    x-scheme-handler/trash=exo-file-manager.desktop

    Problem: Falls Du im Anschluss wieder versuchen solltest die oben beschriebenen Lösungen umzusetzten, musst Du zunächst diese Zeilen wieder entfernen.

  • Laut fanDigital kann man nautilus auch durch folgende Befehle davon ausschliessen, die Desktop-Icons zu verwalten:
    gsettings set org.gnome.desktop.background show-desktop-icons false
     
    gsettings set org.nemo.desktop show-desktop-icons true
  • Im UbuntuUsers-Wiki wird vorgeschlagen, dass man die Datei /usr/share/applications/nautilus-folder-handler.desktop mit Root-Rechten öffnen, und die Zeile
    Exec=nautilus %U

    ändern soll zu

    Exec=nemo %U

    Diese Lösung finde ich allerdings wenig optimal, da die Benennung der Datei dadurch irreführend wird. Schliesslich wird nemo und nicht, wie durch den Dateiname suggeriert, nautilus ausgeführt